Die meisten Gründer pitchen ihr Produkt. Gewinner pitchen ein Gefühl.

Menschen kaufen immer von Menschen. Wir kaufen doch immer einen Nutzen und eine bessere Version unserer selbst. Das ist gerade für StartUps und Gründende eine sehr wichtige Erkenntnis, wenn es darum geht, die Basis der Daseinsberechtigung des Unternehmens zu definieren.
Harvard Business Review bringt es in Studien und Praxisbeispielen immer wieder auf den Punkt: Emotionale Bindung schlägt Zufriedenheit deutlich. Denn emotional verbundene Kundinnen und Kunden sind im Lifetime Value mehr als doppelt so wertvoll wie „nur“ zufriedene. Aus emotional verbundenen Kunden werden Stammkunden und daraus Fans und Botschafter Deiner Marke.
Das Gefühl Deiner Marke ist also keine Romantik, sondern Strategie.

Welches Gefühl verkauft Deine Marke wirklich?

Deine Marke ist weit mehr als nur ein Logo. Sie ist ein Zustand, in den Menschen kommen wollen. Wie fühlt sich ein Kunde, wenn er Dein Produkt gekauft hat? Wenn ein inneres „Ahhh, genau das hab ich gebraucht.“
 erzeugt wird, ist dieses Gefühl Deine eigentliche Leistung. Dein Produkt ist nur der Lieferwagen, der das Gefühl und den Nutzen ausliefert.

Und hier wird’s spannend: Gefühle sind nicht beliebig. Sie folgen international gültigen Mustern.

Der Emotionsforscher Paul Ekman beschreibt universelle menschliche Basisemotionen wie Freude, Angst, Ärger, Ekel, Traurigkeit und Überraschung (plus oft „Verachtung“ als Erweiterung). Diese Emotionen sehen wir in der Mimik und den sg. Mikroausdrücken in der Analyse der Körpersprache.
Diese Emotionen sind bei allen Völkern auf der Welt gleich. Bei indigenen Völkern ebenso wie in gestressten Industrienationen. Sie sind Teil der evolutionären Kommunikation. Gefühle sind evolutionär. Alle Menschen fühlen etwas. Und sie wünschen sich bestimmte Gefühle und sind bereit, dafür Geld auszugeben.

Beispiele für Gefühle, die Deine Marke verkauft

Schauen wir uns doch einfach mal ein paar Beispiele an. Dabei zeigt sich, dass manche Gefühle eng verbunden sind. Beispielsweise wird jemand, der auf etwas stolz sein will, in den meisten Fällen auch Zugehörigkeit und Akzeptanz suchen.

  • Sicherheit: Das Gefühl keine Angst zu haben. Zum Beispiel bei Versicherungen, Kamerasystemen, Autos.
  • Zugehörigkeit: Das Gefühl, dazuzugehören und akzeptiert zu werden. Zum Beispiel Social Media, Luxusprodukte, Kleidungsmarken, Datingportale.
  • Stolz: Das Gefühl, dass man es wert ist und es verdient hat. Nah an Zugehörigkeit und Sicherheit. Ebenfalls bei Luxusmarken, Autos, Uhren, Eigenheim.
  • Freiheit: Das Gefühl selbst entscheiden zu können. Reisen, Finanzdienstleister, Immobilien, Investments.
  • Spaß: Das Gefühl das Leben zu geniessen. Zum Beispiel bei Reisen, Sport, Getränken, Gastronomie, Freizeitparks.
  • Fitness: Das Gefühl, gesund und in Form zu sein. Kosmetika, Sport, Reisen, Ernährung.
Wenn Du das gesuchte Kerngefühl triffst, wird Storytelling plötzlich leicht. Denn Story ist nichts anderes als „Vorher war es so, dann kam xy, und jetzt fühlt es sich so an.“
.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Was bieten wir an?“
, sondern „Wie sollen Menschen sich fühlen, wenn sie bei uns gekauft haben und später über uns sprechen?“.
Wenn Du das sauber definierst, wird es zur Mission. Und die Mission wird zum Kompass für Team, Produkt, Marketing, Sales und Support.

Unsere Checkliste: In 7 Schritten zum Markengefühl und zur Mission

  1. Der Vorher-Schmerz: Welche Angst, welcher Stress oder welche Unsicherheit sinkt bei Kunden, wenn Du lieferst? (Emotion vor dem Kauf)
  2. Der Nachher-Zustand: Was ist das eine Wort, das Kunden nach der Zusammenarbeit fühlen sollen? (z. B. „sicher“, „stolz“, „frei“)
  3. Der Beweis im Alltag: Welche 3 beobachtbaren Verhaltensweisen zeigen dieses Gefühl? (Support, Tonalität, Prozesse)
  4. Dein Gegner: Wogegen kämpfst Du? Chaos, Mittelmaß, Intransparenz, Stillstand? (Das Gefühl bekommt Kontur durch Kontrast)
  5. Die Story in einem Satz: „Wir helfen [Zielgruppe], von [Vorher] zu [Nachher] zu kommen, indem wir [Produkt / Leistung].“
  6. Mission übersetzen: Formuliere einen Missions-Satz fürs Team + einen Versprechens-Satz für Kunden.
  7. Ritualisieren: Bau das Gefühl in Onboarding, Meetings, Guidelines und Customer Journey ein (Sonst bleibt’s ein Poster, kein Betriebssystem).

Fragen kostet nichts. Nicht zu fragen, kann der teuerste Fehler Deines Lebens werden.

Im Rahmen unseres StartUp-Coaching und der Markenberatung entwickeln wir das Gefühl Deiner Marke gemeinsam. Das ist richtig wild. Meld Dich unverbindlich bei uns und lass uns drüber sprechen, wo Du mit Deiner Marke oder Deinem Unternehmen hin möchtest.

Welchen Nutzen stelle ich in Aussicht?

Ein Gefühl ist eine Konsequenz eines Ereignisses. Ist das Ereignis, dass man Dein Produkt gekauft hat, dann sollte die Konsequenz das von Dir gewünschte Gefühl sein, das Dein Produkt hervorruft.

Wir kennen das auch schon aus der Marken- und Produktentwicklung. Du musst Deinen Kunden etwas in Aussicht stellen, das sie gerne haben möchten. Einen Nutzen, ein Gefühl, eine Transformation, eine Verbesserung. Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Je besser Dein Versprechen ist, desto erfolgreicher wird Dein Produkt bzw. Deine Marke und damit Dein Unternehmen werden.

Welche Gefühle kann eine Marke eigentlich verkaufen?

Hier ist eine nahezu vollständige, markentaugliche Liste von Gefühlen, die man „verkaufen“ bzw. als Markenversprechen auslösen kann. Natürlich gibt’s unendlich viele Nuancen. Das hier ist ein sehr breites, praktisches Set, das wir bei der Analyse einer Marke für unsere Kunden anwenden und mit dem Du ebenfalls arbeiten kannst.

Selten verkauft man nur ein einziges Gefühl. Gefühle liegen teils eng beieinander und sind verknüpft. Verbindet Deine Marke mehrere Gefühle, wird sie stärker und breiter, darf dadurch aber nicht an Fokus verlieren.

Sicherheit & Stabilität

Sicherheit, Geborgenheit, Vertrauen, Verlässlichkeit, Schutz, Ruhe, Stabilität, Beständigkeit, Orientierung, Planbarkeit, Klarheit, Gewissheit, Entlastung, Beruhigung, Souveränität, Gelassenheit

Kontrolle & Kompetenz

Kontrolle, Überblick, Ordnung, Struktur, Fokus, Präzision, Effizienz, Kompetenz, Meisterschaft, Professionalität, Sicherheit im Handeln, Entscheidungsstärke, Selbstwirksamkeit

Freiheit & Leichtigkeit

Freiheit, Unabhängigkeit, Leichtigkeit, Unbeschwertheit, Flow, Entspannung, Lockerheit, Flexibilität, Raum, Luftigkeit, Einfachheit, Mühelosigkeit, Zeitgewinn

Freude & Genuss

Freude, Spaß, Genuss, Lust, Begeisterung, Heiterkeit, Wohlgefühl, Zufriedenheit, Glück, Lebensfreude, Wärme, Verspieltheit, Beschwingtheit, Euphorie

Stolz & Status

Stolz, Prestige, Status, Anerkennung, Respekt, Würde, Selbstachtung, Erfolg, Siegergefühl, Glanz, Eindruck, Exzellenz, Hochwertigkeit, Überlegenheit, Bewunderung

Zugehörigkeit & Verbindung

Zugehörigkeit, Verbundenheit, Nähe, Gemeinschaft, Zusammenhalt, Heimatgefühl, Wertschätzung, Gesehenwerden, Akzeptanz, Verständnis, Empathie, Vertrauen zueinander, Freundschaft

Liebe & Fürsorge

Liebe, Zuneigung, Fürsorge, Herzlichkeit, Dankbarkeit, Mitgefühl, Sanftheit, Harmonie, Treue, Loyalität

Mut & Empowerment

Mut, Zuversicht, Hoffnung, Entschlossenheit, Kraft, Stärke, Energie, Antrieb, Motivation, Kampfgeist, Pioniergeist, Abenteuerlust, Durchhaltevermögen, Resilienz, Unerschrockenheit

Neugier & Inspiration

Neugier, Staunen, Faszination, Überraschung, Inspiration, Kreativität, Entdeckergeist, Vision, Aufbruch, Innovationslust, Lernfreude, Aha-Moment

Sinn & Bedeutung

Sinn, Purpose, Bedeutung, Erfüllung, Beitrag, Verantwortung, Gerechtigkeit, Fairness, Integrität, Authentizität, Wahrheit, Vertrauen in Werte, Stolz auf Haltung

Ästhetik & Atmosphäre

Schönheit, Eleganz, Stil, Coolness, Lässigkeit, Klasse, Zeitlosigkeit, Minimalismus, Opulenz, Magie, Luxusgefühl, Reinheit, Frische, Wärme, Behaglichkeit

Gesundheit & Vitalität

Vitalität, Fitness, Energie, Balance, Wohlbefinden, Regeneration, Leichtigkeit im Körper, Frische, Klarheit im Kopf, Zentrierung

Komfort & Convenience

Bequemlichkeit, Komfort, Einfachheit, Reibungslosigkeit, Stressfreiheit, Sicherheit im Ablauf, Servicegefühl, „gut aufgehoben“, Entlastung

Spannung & Kick

Spannung, Nervenkitzel, Kick, Adrenalin, Thrill, Intensität, Aufregung, Abenteuer, Challenge

Ruhe & Achtsamkeit

Stille, Frieden, Innere Ruhe, Achtsamkeit, Zentrierung, Gelassenheit, Erdung, Klarheit, Balance

Trauer & Trost (ja, auch das wird verkauft – z. B. Musik, Rituale, Marken in Krisenzeiten)

Trost, Mitgefühl, Anteilnahme, Verarbeitung, Hoffnung, Versöhnung, Erleichterung, Loslassen

Ärger & Rebellion (oft als „Wir gegen die“-Energie)

Rebellion, Trotz, Empörung, Kampfgeist, Gerechtigkeitsdrang, Widerstand, Unangepasstheit, Provokation, „Jetzt erst recht“

Angst & Risikoreduktion (verkauft man indirekt durch „Sicherheit“)

Angstlinderung, Sorgenfreiheit, Risikominimierung, Schutzgefühl, Absicherung, Fehlervermeidung

Scham & Befreiung (verkauft man indirekt durch „Akzeptanz“)

Befreiung, Erleichterung, Entlastung, „Ich bin okay“, Würde, Selbstannahme, Sicherheit im eigenen Sein

So definierst Du das Gefühl Deiner Marke

Wähle EIN Kerngefühl

Das ist das „Hauptversprechen“ Deiner Marke. Alles andere ordnet sich diesem Gefühl unter.

  • Sicherheit
  • Vertrauen
  • Klarheit
  • Leichtigkeit
  • Freiheit
  • Kontrolle
  • Stolz
  • Zugehörigkeit
  • Genuss
  • Hoffnung

Wähle ZWEI Nebengefühle

Nebengefühle sind die „Aromen“. Sie verstärken und erweitern das Kerngefühl.

  • Sicherheit → Vertrauen, Ruhe, Stabilität, Schutz
  • Vertrauen → Transparenz, Fairness, Nähe, Verlässlichkeit
  • Klarheit → Kontrolle, Fokus, Ruhe, Zuversicht
  • Leichtigkeit → Freude, Entlastung, Einfachheit, Flow
  • Freiheit → Leichtigkeit, Unabhängigkeit, Flexibilität, Selbstbestimmung
  • Kontrolle → Klarheit, Ordnung, Souveränität, Sicherheit
  • Stolz → Status, Anerkennung, Exzellenz, Selbstachtung
  • Zugehörigkeit → Wärme, Akzeptanz, Gemeinschaft, Verbundenheit
  • Genuss → Freude, Komfort, Belohnung, Wohlgefühl
  • Hoffnung → Mut, Zuversicht, Aufbruch, Sinn

Hast Du nun ein Hauptgefühl und zwei Nebengefühle gewählt, bring diese Gefühle als Ziel Deiner Story in starke Geschichten, die Deinem Team und den Kunden klar machen, was sie bei Dir kaufen werden.

Es sind jetzt vielleicht nur ein paar Worte. Du hast damit die Basis für Dein Denken verändert und den Grundstein für das Gefühl Deiner Marke gelegt.

Wir helfen Dir dabei, das Gefühl Deiner Marke zu entwickeln.

Lass uns das Gefühl Deiner Marke gemeinsam entwickeln. Das ist richtig wild. Fragen kostet nichts. Nicht zu fragen, kann der teuerste Fehler Deines Lebens werden. Schreib uns einfach.

Es gibt unzählige Sätze, die Seb beschreiben. "Always look on the bright side of life" ist dabei ebenso treffend wie "Just do it!". Als er 2015 mit seinem Bruder die Class Brothers GmbH gründet, war beiden klar, dass das Leben einfach zu kurz ist für langweilige Marken und Leute, die Angst vor Veränderung haben. Sei selbst der Wandel, den Du in der Welt erwartest. Und wo kann man mehr bewirken, als für unzählige Firmen deren Marken, Philosophie und Web-Präsenz zu verbessern und damit sowohl Kunden als auch Team glücklich zu machen?! Let's go!